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Datenbank für Obst- und Gemüsesorten

Projekt der HfWU Nürtingen wird in die UN-Dekade biologische Vielfalt aufgenommen

Das 'Genbänkle'

Die Sortenretter Wolde Mammel und Roman Lenz sowie Staatsekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch und Freilichtmuseumsleiterin Steffi Cornelius stoßen auf die UN-Auszeichnung an (v.l.).

22.05.2017 | 

"Derzeit haben wir über 220 Gemüsesorten in Baden-Württemberg gelistet, die vom Aussterben bedroht, sehr selten und gefährdet sind," so Dr. Roman Lenz, Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt. Zehntausende Sorten gehen jedes Jahr unwiederbringlich verloren, wenn nichts unternommen wird. Deshalb initiierte Dr. Lenz das Projekt "Genbänkle" zusammen mit dem Alblinsen-Förderverein (Wolde Mammel) und "Die Argonauten" (Dr. Lens und Dr. Philipp Weckenbrock, Forschungsgesellschaft für nachhaltige regionale Landwirtschaft). Die Datenbank der Gemüsesorten soll in einem zweiten Schritt auf andere Feldfrüchte ausgeweitet werden.

Das Genbänkle vernetzt und listet Organisationen und Initiativen rund um das Thema "Alte und seltene Gemüsesorten" in Baden-Württemberg auf und macht sie sichtbar. Die Datenbank liefert Interessierten Informationen darüber, wo sie regionales, samenfestes Saatgut alter und seltener Gemüsesorten bekommen könne. Zurzeit sind die Initiatoren des Genbänkle damit beschäftigt, zwei verschollene Sorten zu suchen: Den Laupheimer Sommerrettich und das Ulmer Ochsenhorn. Dr. Lenz findet: "Alte Sorten sind kulinarische Schätze und erhalten die biologische Vielfalt".

Am Sonntag wurde das Genbänkle von der UN-Dekade im Rahmen des Wettbewerbs ausgezeichnet. Sie stuft das Projekt als vorbildlich und bedeutsam ein für das Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt wurde von den Vereinten Nationen für den Zeitraum 2011 bis 2020 ausgerufen. Die internationale Dekade hat es sich zum Ziel gesetzt, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten.

genbaenkle.de

undekade-biologischevielfalt.de

Quelle: Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) / Katharina Tomaszewski