Praxisbeispiele
< zurückSprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund
Das "Denkendorfer Modell" der Evangelischen LandeskircheTräger
ca. 70 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg
Anlass und Ziele
Angesichts fehlender Angebote zur Sprachförderung von Kindern aus Migrantenfamilien hat die Fortbildungsstätte der evangelischen Landeskirche Kloster Denkendorf 1973 ein Konzept speziell zu deren Förderung entwickelt. Die Kinder sollen durch das "Denkendorfer Modell" dazu in Stand versetzt werden,
- Sprachbarrieren bereits im Kindergarten zu überwinden,
- sich problemlos in Alltagssituationen zu orientieren,
- schulische Lernchancen besser wahrzunehmen,
- und einen erfolgreichen Schulabschluss zu erreichen.
Zielgruppen
Kinder aus Migrantenfamilien mit Sprachproblemen
Zusammenarbeit
Kommunen, Kirchengemeinden
Angebote und Umsetzungsschritte
Im Rahmen des "Denkendorfer Modells" betreut eine Sprachhelferin mehrfach pro Woche eine Gruppe von vier bis sechs Kindern. Der Einsatz der Sprachhelferinnen wird entweder in die Betreuungszeiten der Kindergärten oder in den Schulunterricht integriert. Während dieser Treffen werden die deutschen Sprachkenntnisse der Kinder durch gemeinsames Lernen in Gesprächen und Spielen vertieft und ausgebaut. Um eine persönliche Bindung zwischen den Kindern und der Sprachhelferin aufzubauen, sind Unterstützung und Mitarbeit seitens der Eltern und eine Auseinandersetzung mit dem kulturellen Hintergrund der Familie durch die Sprachhelferinnen wichtige Voraussetzungen für den Erfolg der Maßnahme.
Die Sprachhelferinnen werden über Arbeitsgemeinschaften vermittelt, die gleichzeitig die Koordination der Maßnahmen mit Kindergärten und Schulen übernehmen. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Vorkenntnisse der Sprachhelferinnen (meist Hausfrauen und Mütter mit unterschiedlichen Berufsausbildungen) finden im Rahmen der Qualifizierung zur Sprachhelferin regelmäßig Fortbildungsmaßnahmen statt.
Ergebnisse und Auswirkungen
Derzeit sind in Baden-Württemberg über 1000 Frauen, meist Hausfrauen und Mütter mit den unterschiedlichsten Berufsausbildungen, in Maßnahmen zur Sprachförderung von Migrantenkindern nach den Prinzipien des "Denkendorfer Modells" engagiert und besuchen in diesem Zusammenhang entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen. Sprachförderung nach dem "Denkendorfer Modell" wird aktuell in etwa 70 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg angeboten.
Besondere Kennzeichen des Projekts aus Sicht der Verantwortlichen
- Antwort auf neuen Bedarf oder neue Zielgruppe
- Nachhaltige Wirkung
- Kostengünstig
- Niedrigschwelliger Zugang für die Zielgruppe
- Fördert ehrenamtliches Engagement
Personalbedarf
jeweils eine Sprachhelferin für die Betreuung einer Gruppe von vier bis sechs Kindern
Raumbedarf
Die Sprachförderung wird in den Räumlichkeiten von Kindertageseinrichtungen und Schulen durchgeführt. Kurse zur Weiterbildung finden im Kloster Denkendorf statt.
Finanzierung
Landeszuschüsse decken ca. 30 bis 50 % der Kosten ab. Die verbleibenden Aufwendungen werden durch die Kommunen, Kirchengemeinden und durch Elternbeiträge getragen. Die Sprachhelferinnen erhalten eine Aufwandsentschädigung von maximal neun €/Stunde.
Ansprechpartner
Roland Geltz | Verband der Arbeitsgemeinschaften "Sprachhilfe nach dem Denkendorfer Modell", Presse und Öffentlichkeitsarbeit | Parkstr. 52 | 73734 Esslingen | Tel. 0711-3005649 | RGELTZ@aol.com
Link
http://www.sprachhilfe-bw.de












