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Stuttgart den 27.01.2005 |
EU-Projekt Albaufstieg: Biomasseagentur in Geislingen nimmt Arbeit auf |
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Beim Projekt „Albaufstieg 2005“ hat die Biomasseagentur in Geislingen am Donnerstag, 27. Januar offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Ziel des Gesamtprojekts ist es, die Bereiche Tourismus / Wellness und die Nutzung von Biomasse im Mittelbereich Geislingen-Voralb zu fördern und mit der Biomasse Landwirten eine zusätzliche Einnahmequelle zu erschließen. Die Agentur nimmt im Rahmen von „Albaufstieg 2005“, das von der Europäischen Union mit einer halben Million Euro gefördert wird, eine Schlüsselstellung beim Aufbau eines Netzwerkes Biomasse und bei der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Biomassenutzung ein. „Albaufstieg 2005" ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Geislingen, der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) und des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg.
Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft fallen dezentral erhebliche Mengen tierischer und pflanzlicher Reststoffe an. Ihre stoffliche und energetische Nutzung bekommt wegen der absehbaren Verknappung fossiler Energieträger und aufgrund politischer Vorgaben in Deutschland und Europa einen zunehmend höheren Stellenwert. „Die Nutzung von Biomasse stärkt die bäuerliche Landwirtschaft und nützt gleichzeitig der Umwelt. Die Finanzkraft der Betriebe wird gestärkt und es entstehen regionale, geschlossene Wertschöpfungsketten, die Arbeitsplätze im Handwerk und im Anlagenbau schaffen“, sagte Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS). Bei der stofflichen und thermischen Verwertung von Biomasse werden Rohstoffe, wie beispielsweise fossile Brennstoffe, geschont. In Bezug auf die Freisetzung des Treibhausgases Kohlendioxid ist Biomasse emissionsneutral.
Biomassebüro bei der Stadtverwaltung Geislingen
Die Biomasseagentur, die im Umweltbüro der Stadtverwaltung Geislingen angesiedelt wird, nimmt die Aufgabe einer zentralen Koordinierungsstelle für alle Projektbeteiligten im Bereich Biomasse wahr. Bereits vorhandene Informationen und solche, die im Laufe des Projekts gewonnen werden, fasst die Agentur zusammen und stellt sie Interessenten zur Verfügung. Sie führt mögliche Anbieter und Abnehmer von Biomasse zusammen. „Die Agentur stellt Kontakte her und leistet Netzwerkarbeit mit dem Ziel, die in der Biomasse liegenden Potenziale besser auszuschöpfen und gleichzeitig neue Verwertungsmöglichkeiten und damit Verdienst- und Einsparmöglichkeiten für Land- und Forstwirte zu schaffen“, fasst Sonja Pfau, die Leiterin der Biomasseagentur bei der Stadt Geislingen die Aufgaben der Koordinierungsstelle zusammen. Weiterhin werden Funktionsträger der Verbände, der Kammern und kommunale Vertreter in die Arbeit der Agentur miteinbezogen. An die Agentur kann sich jeder wenden, wer Fragen zu technischen Möglichkeiten oder Förderprogrammen hat.
Erkenntnisse auf andere Regionen übertragbar
Im Mittelbereich Geislingen werden im Verlauf des Projekts Erfahrungen gewonnen im Aufbau eines Netzwerks, in der Information der Land- und Forstwirte, in der Beseitigung von Hemmnissen und in der Umsetzung von Projektideen. „Das Projekt Albaufstieg hat Modellcharakter und ermöglicht die Übertragbarkeit des Konzepts und den Aufbau weiterer Biomasseagenturen in anderen ländlichen Regionen Baden-Württembergs, Deutschlands und Europas“, sagte Ministerialdirigent Hartmut Alker vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, das den erfolgreichen Antrag bei der EU-Kommission gestellt hatte.
Das Neuartige des Netzwerkes im Raum Geislingen besteht in der systematischen Einbeziehung aller an den komplexen Stoff- und Energieströmen beteiligten Unternehmen, Kommunen, Behörden und Betrieben. Damit ist das Netzwerk auch in der Lage, das Zusammentreffen besonders geeigneter Ausgangsbedingungen zu erkennen und herbeizuführen.
An dem Thema Förderung der Nutzung von Biomasse arbeiten die Stadt Geislingen, die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH, die Hochschule Nürtingen-Geislingen und das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg zusammen. Mit der Bewilligung des Projektes „Albaufstieg 2005“, das sich außer mit Biomasse auch mit Tourismus befasst, ist eine Finanzierungszusage von 500.000 Euro aus dem „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ (EFRE) verbunden.
hel27/01/05 |
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