Menschen in der Region Stuttgart

MENSCHENBILDER: Naeem (36) aus Sialkot (Pakistan)

Foto: Lena Reiner

Foto: Lena Reiner

09.12.2015 | 

Naeem, seit 2014 in Stuttgart.

Nach Deutschland kam Naeem vor fünf Jahren, zurück in die Heimat lässt ihn seine Familie nicht, weil es dort zu gefährlich für ihn ist - unter anderem wurde er Zeuge eines Mords. Nachdem er eineinhalb Jahre hier war, erhielt er eine auf sechs Monate begrenzte Arbeitserlaubnis.

Danach sei es irgendwie nicht weitergegangen. Er kämpfe darum, seine Rechte zu bekommen, denn als Geduldeter habe man praktisch keine. Man verliere sowieso erst einmal alles, wenn man als "asylum seeker" in ein Land komme. Den bisherigen Status, den bisherigen Beruf, aber am schlimmsten empfinde er es, dass man die Möglichkeit verliere, sich auszudrücken und man irgendwie kaum ernst genommen werde. "Um fair zu sein, muss ich zugeben, dass es für viele Neuankömmlinge hier schon gut ist", räumt Naeem ein. Wenn man einfach nur leben wolle, wenn man sich darauf einlasse, komplett bei Null anzufangen, dann könne auch alles gut werden.

Die aktuellen Gesetzesänderungen hinsichtlich der Kürzung der Arbeitssperre und dergleichen sieht er als einen guten Anfang. "Man muss den Asylbewerbern volle Rechte geben, nur dann können sie sich auch einbringen", lautet seine Forderung.

Dieser Beitrag ist Teil der Serie "Menschenbilder" der Fotografin Lena Reiner (menschenfotografin.de). Mit der Serie zeigt die Region Stuttgart, dass sie Einwanderer willkommen heißt - und das schon seit vielen Jahrzehnten: In den 179 Kommunen leben 2,7 Millionen Menschen aus rund 180 Nationen. Gemeinsam machen sie die Region zu einem wirtschaftlich erfolgreichen, weltoffenen, lebendigen und kulturell vielseitigen Platz zum Leben und Arbeiten.