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Übers Wasser gehen mit Nähmaschinen

Neues Verhüllungsprojekt von Christo wird mit Nähmaschinen aus Möglingen genäht

Foto: André Grossmann / © 2015 ChristoFoto: André Grossmann

Fotos: André Grossmann / © 2015 Christo

05.04.2016 | 

Die Union Special GmbH aus Möglingen in der Region Stuttgart liefert die Nähmaschinen für das neue Projekt "The Floating Piers" des Verhüllungskünstlers Christo. Hierfür werden Stege über dem Iseosee in Norditalien in safrangelbe Stoffbahnen verhüllt. 150 Mitarbeiter werden fünf Tage lang auf 15 Nähmaschinen im Schichtbetrieb arbeiten, um die Stoffbahnen zu nähen. Seit 1901 produziert und vertreibt das Unternehmen Union Special Industrienähmaschinen und ist mittlerweile einer der führenden Hersteller in Deutschland.

Die Stege für Christos neue Projekt in Norditalien bestehen aus 200.000 Polyäthylen-Würfeln und 140 Tonnen schweren Ankern, um gute Tragfähigkeit und Stabilität zu garantieren. Sie beginnen am Uferort Sulzano und breiten sich über den ganzen Iseosee aus. Der 80-jährige Künstler weist darauf hin, dass man nur barfuß auf den eingepackten Stegen laufen soll. Auf diese Weise hole man sich eine "sexy Erfahrung und Schmetterlinge im Bauch", ausgelöst durch den Wellengang auf dem See.

Die schwimmenden und schaukelnden Stege sollen insgesamt drei Kilometer lang und 16 Meter breit werden. Sie führen mitten über den Iseosee, sind verbunden mit der Insel Monte Isola und San Paolo. Zwei der Stege enden direkt vor der Villa des Waffenfabrikanten Udo Gusalli Beretta auf einer Mini-Insel. Zehn Millionen Euro wird das Kunstwerk kosten, wobei Christo auf Sponsoren und öffentliche Zuschüsse verzichtet und seine Projekte stattdessen über den Verkauf seiner Zeichnungen und Entwürfe finanziert. "The Floating Piers" können vom 18. Juni bis zum 3. Juli besichtigt werden.

Christo verhüllte bereits unter anderem Projekte wie den Reichstag in Berlin, die Tore im Central Park in New York, die Chinesische Mauer und den Pont-Neuf in Paris.

Unionspecial.de
Thefloatingpiers.com

Quelle: Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) / Katharina Tomaszewski