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Mit vereinten Kräften für mehr Fachkräfte und eine gelebte Willkommenskultur

Welcome Center Stuttgart, Welcome Service Region Stuttgart und Fachkräfteallianz Region Stuttgart blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Pressekonferenz 1.12.2015, Weltcafé Stuttgart: Welcome Center Stuttgart, Welcome Service Region Stuttgart und Fachkräfteallianz Region Stuttgart blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück (Foto: WRS/Schiller)

Pressekonferenz 1.12.2015, Weltcafé Stuttgart: Welcome Center Stuttgart, Welcome Service Region Stuttgart und Fachkräfteallianz Region Stuttgart blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück (Foto: WRS/Schiller)

01.12.2015 | 

Das Welcome Center Stuttgart, eine gemeinsame Einrichtung von Landeshauptstadt und Region zur Unterstützung von internationalen Fachkräften und Neubürgern, hat sich im ersten Jahr seines Bestehens als rege genutzte Anlaufstelle etabliert. "Rund 3.500 Neubürger und internationale Fachkräfte aus 140 Ländern hat unser gemeinsames Beratungsteam in den letzten zwölf Monaten betreut", berichtete Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) und Sprecher der Fachkräfteallianz Region Stuttgart am vergangenen Dienstag in Stuttgart. Gari Pavkovic, Leiter der Abteilung Integration der Landeshauptstadt Stuttgart, erklärte: "Etwa die Hälfte der Beratenen kommt aus EU-Ländern. Der wachsende Anteil an Flüchtlingen unter den Ratsuchenden ist aber deutlich spürbar." Auch der Welcome Service Region Stuttgart, den die WRS im Auftrag der Fachkräfteallianz Region Stuttgart betreibt und der neben internationalen Fachkräften Firmen in der Region unterstützt, ist erfolgreich gestartet: Mehr als 80 kleine und mittelgroße Unternehmen habe der Welcome Service beim Aufbau einer Willkommenskultur im Betrieb bis dato betreut, berichtete Petra Cravaack, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stuttgart und ebenfalls Sprecherin der Fachkräfteallianz.

Finanziert wird der regionale Welcome Service aus Mitteln des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg und der Region. Das zusätzlich von der Robert Bosch Stiftung, vom Ministerium für Integration und der Stadt Stuttgart geförderte Welcome Center Stuttgart, das die WRS gemeinsam mit der Landeshauptstadt im Oktober 2014 am Charlottenplatz in Stuttgart eingerichtet hat, ist ein zentraler Baustein des Welcome Service. "Das Welcome Center in Stuttgart leistet einen elementaren Beitrag dazu, dass sich internationale Fachkräfte und auch ihre Familien rasch bei uns zurecht finden, dass sie sich zu Hause fühlen und dauerhaft bleiben", sagte Ministerialdirektor Guido Rebstock vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg bei der Pressekonferenz, in der die Vertreter der Fachkräfteallianz Region Stuttgart, der regionalen Wirtschaftsförderung und der Landeshauptstadt Stuttgart über Projekte und Maßnahmen informierten, die die Versorgung der regionalen Wirtschaft mit qualifizierten Mitarbeitern unterstützen. Lob kam von der Robert Bosch Stiftung und von Vertretern einer katalanischen Delegation.

Dr. Walter Rogg resümierte die gemeinsamen Aktivitäten zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften: "Region, IHK und Handwerkskammer, die Agenturen für Arbeit, Südwestmetall, IG Metall, der DGB sowie die Firma Bosch ziehen in der Fachkräftefrage an einem Strang. Gemeinsam haben wir viel erreicht." Die hervorragende Kooperation aller arbeitsmarktpolitischen Akteure sei ein "Glücksfall für die Region", so Rogg weiter. Als Meilensteine der Zusammenarbeit nannte er die Einrichtung des gemeinsamen Welcome Center Stuttgart mit der Landeshauptstadt, das "alle Erwartungen weit übertroffen" habe, die im Oktober gestarteten Beratungsangebote für internationale Fachkräfte in den Landkreisen zusammen mit den Fachkräfteallianzen auf Kreisebene und weiteren Partnern, sowie den Start des Unternehmensnetzwerks "Willkommenskultur im Betrieb" im Rahmen des Welcome Service Region Stuttgart mit vielen Partnern aus der Wirtschaft.

Gari Pavkovic betonte: "Das Welcome Center bietet Neubürgern Erstberatung zu allen Fragestellungen der Integration an und lotst sie zielgerichtet an die zuständigen Stellen weiter. Dies erspart ihnen Zeit und Wege." Er wies auf die gute Zusammenarbeit mit den Migrationsdiensten der freien Träger hin, die das Beratungsteam verstärken. "Die Landeshauptstadt Stuttgart legt zudem besonderen Wert auf die aktive Einbindung der Zivilgesellschaft. Zahlreiche Willkommenspaten unterstützen und begleiten die Neubürgerinnen und Neubürger im Alltag. Ich freue mich sehr über dieses große ehrenamtliche Engagement der Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger", so Pavkovic.

Ministerialdirektor Guido Rebstock sagte: "Mit insgesamt elf Welcome Centern landesweit haben wir in Baden-Württemberg hervorragende Voraussetzungen geschaffen, dass Fachkräfte aus aller Welt bei uns eine gute Perspektive haben. Die Fachkräfteallianz Region Stuttgart bietet zudem eine Plattform für alle Akteure am Arbeitsmarkt in der Region, um sich über weitere Themen rund um die Fachkräftesicherung abzustimmen und gemeinsam Maßnahmen umzusetzen."

"Mit der Gründung des Welcome Centers wurde in Stuttgart ein wichtiges Signal an Neubürger und bereits hier lebende Zuwanderer gesendet, das auch uns ein Anliegen ist: Ihr seid herzlich willkommen!", so Raphaela Schweiger von der Robert Bosch Stiftung. Die Stiftung unterstützt das Welcome Center Stuttgart durch Finanzierung einer Personalstelle. "Durch das große Engagement werden Erstintegrationsprozesse und das Ankommen in der Gesellschaft erleichtert. Besonders wichtig ist uns als Förderer, dass auch Flüchtlinge das umfangreiche Beratungsangebot nutzen können. Wir freuen uns, dass das Welcome Center hier so vorbildhaft vorangeht."

Lob kam auch von einer Delegation aus Katalonien, die sich derzeit in Baden-Württemberg im Rahmen des Regionalprojekts "Mit Deutsch in den Beruf" des Goethe-Instituts informiert: "Das Welcome Center Stuttgart ist eine gute Anlaufstelle für die Fachkräfte aus Katalonien, die im kommenden Jahr nach Abschluss der Deutschkurse auf dem Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg ankommen", sagte Jordi Miró i Meix, Vorsitzender Direktor für Arbeitsbeziehungen und -qualität beim katalanischen Ministerium für Unternehmen und Beschäftigung. Das Goethe-Institut Barcelona kooperiert eng mit dem katalanischen Arbeitsministerium im Hinblick auf eine qualitativ hochwertige sprachliche und interkulturelle Vorbereitung von Fachkräften, die nach Baden-Württemberg gehen wollen. In den vergangenen Jahren hat das Goethe-Institut nachhaltige Mobilitätsprozesse zwischen Katalonien und Baden-Württemberg aktiv als Netzwerkpartner unterstützt.

Neben dem Welcome Service Region Stuttgart und dem Welcome Center Stuttgart blickt auch die Fachkräfteallianz Region Stuttgart auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Außer den Aktivitäten zur Gewinnung und Bindung internationaler Fachkräfte liegt hier der Fokus auf dem in der Region vorhandenen Fachkräftepotenzial. Ein Schwerpunkt war 2015 das Thema Lebensphasenorientierte Personalpolitik: "Zur Bindung von Fachkräften aus der Region steht die Anpassung der Arbeitswelt an die Erfordernisse der verschiedenen Lebensphasen immer mehr im Blickpunkt", erläuterte Petra Cravaack, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stuttgart und Sprecherin der Fachkräfteallianz. "Diese Lebensphasenorientierung beginnt bei der Gestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf, schließt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein, beantwortet Fragen des lebenslangen Lernens und setzt auch die der Wertschätzung von älteren Mitarbeitern voraus. Dafür gibt es vielfältige, in der Praxis erprobte und erfolgreiche Konzepte, die wir als Agenturen für Arbeit unterstützen und ermöglichen."

Hinweis an die Redaktionen: Überblicke über die Aktivitäten des Welcome Center, des Welcome Service und der Fachkräfteallianz finden Sie in separaten Dokumenten im Download.

Quelle: WRS / Tobias Schiller