179 - Das Online-Magazin

Von Kunst bis Kräutergarten

Anlage mit reichem Innenleben: Das Kloster Adelberg ist idyllisch und lebendig

07.07.2015 | 

Idyllischer geht es kaum. Zwischen Rems- und Filstal liegt Adelberg, eingebettet zwischen Wald und Wiesen, im geschichtsträchtigen Stauferland. Erst das gleichnamige Kloster adelte die Gemeinde im östlichen Schurwald, wo nur einen Katzensprung entfernt zusätzlich der Herrenbachstausee lockt. Bis 1851 hieß der kleine Ort Hundsholz, dann übernahm die Gemeinde nicht nur die Klostergüter, die eine reiche Geschichte aufweisen, sondern auch deren Namen. Auf das Jahr Jahr 1178 geht die Gründung des Klosters zurück und Kaiser Friedrich Barbarossa persönlich nahm die Anlage unter seinen Schutz. Was das Steueraufkommen betrifft, stand Kloster Adelberg nach Hirsau, Maulbronn und Bebenhausen an vierter Stelle. Nach der Reformation wurde Adelberg in eine evangelische Klosterschule umgewandelt, deren berühmtester Schüler Johannes Kepler war.

Musik und Theater

Das Kloster ist lebendig geblieben: Heute wird der Gebäudekomplex unter anderem für Kunst und Kultur genutzt. Seit vielen Jahrzehnten sind in den Sommermonaten die Freilichtspiele im Klosterhof ein beliebter Treffpunkt tausender Theaterbegeisterter; für viele bleiben die Aufführungen an lauen Sommerabenden vor der stimmungsvollen Ulrichskapelle in unvergesslicher Erinnerung. In dieser Saison sind wieder verschiedene Musikbands dabei, darunter Max Mutzke und Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle. Auf der Theaterbühne treten Hänsel und Gretel sowie Timm Thaler auf und von Agatha Christie wird "Mord im Pfarrhaus" aufgeführt.

Wertvolle gotische Kapelle

Malerisch erhebt sich hinter einer Baumgruppe die von einer Mauer umgebene Ulrichskapelle. Der spätgotische Bau trägt ein barockes Türmchen und lohnt allemal einen Besuch. Durch ein Tor betritt man den stillen Klosterfriedhof. Dort ist die Szene mit Jesus am Ölberg mit überlebensgroßen Figuren festgehalten, die aus der Adelberger Bildhauerwerkstatt stammen. Das Juwel im Inneren der Kapelle ist ein Altar der Ulmer Schule aus dem Jahre 1511, der zu den bedeutendsten dieser Zeit gehört, die in Baden-Württemberg zu finden sind. Die geschnitzten Schreinfiguren schuf Niklaus Weckmann, der in Ulm die damals bedeutendsten Werkstatt im deutschen Südwesten betrieb.

Kunst im Kloster

Regelmäßig ist auch moderne Kunst im Kloster Adelberg zu Gast. Zweimal jährlich lädt der Kultur- und Kunstverein Adelberg in die Klostervilla ein und präsentiert Künstler aus der ganzen Region. Außerdem beherbergt das Kloster mehrere private Künstler, die ihre Werke nach Vereinbarung besichtigen lassen. Im Obergeschoss der Klostervilla gibt es Informationen zur Naturkunde, die sich hauptsächlich dem Ökosystem "Wald" widmen und besonders für Kinder und Schulklassen gedacht sind. Dazu wird in mehreren Räumen die wechselvolle Klostergeschichte anschaulich erzählt.

Die Kräuter Karl des Großen

Nicht zuletzt der Heilkräutergarten zieht seit seiner Eröffnung im Jahr 2000 die Besucher an. Auf sechs großen Kräuterbeeten sind mehr als 250 Arten angepflanzt. Führungen, Seminare und Vorträge widmen sich dem weiten Thema Heilpflanzen. Jedes Beet folgt einem anderen Thema. So zeigt eines die Heilkräuter und Gemüsearten aus der 812 verfügten Landgüterverordnung von Karl dem Großen, ein anderes widmet sich Heilpflanzen aus der traditionellen chinesischen Medizin oder den Heilpflanzen des Pfarrers Sebastian Kneipp.

adelberg.de/gemeinde/kloster

Quelle: Wirtschaftsförderung Region Stuttgart / Autor: Astrid Schlupp-Melchinger