179 - Das Online-Magazin

Elektroflugzeug der Universität Stuttgart auf Weltrekordkurs

Dem Elektroflugzeug e-Genius gelingen der Sieg beim Green Speed Cup und zwei Weltrekorde

Energiesparwünder in den Lüften (Bild: Universität Stuttgart)

Energiesparwünder in den Lüften (Bild: Universität Stuttgart)

04.10.2013 | 

Bestens abgeschnitten hat das batteriebetriebene Elektroflugzeug e-Genius des Instituts für Flugzeugbau (IFB) der Universität Stuttgart. Es belegte beim Green Speed Cup am Flugplatz Strausberg bei Berlin Anfang September 2013 den ersten Platz.

Das Ziel des seit drei Jahren ausgetragenen Wettbewerbs für ein- bis viersitzige Flugzeuge ist es, bei minimalem Verbrauch fossiler Energieträger möglichst schnell und weit zu fliegen. Der Sieg des zweisitzigen Reisemotorseglers kam wenig überraschend.
Bereits einige Tage vor dem Wettbewerb, beim Überführen des e-Genius von Kornwestheim in das 560 Kilometer entfernte Strausberg, stellte der Zweisitzer seine Leistungsfähigkeit unter Beweis. Als das Flugzeug in Dessau zwischenlandete, um nachzuladen, waren 393 Kilometer Distanz geschafft und damit auch der erste Weltrekord für ein Batterieflugzeug. Ein zweiter Weltrekord gelang dem Energiesparwunder gleich am ersten Wertungstag des Green Speed Cups. Die zwei Piloten des IFB landeten innerhalb von 2 Stunden und 40 Minuten nach 405 Kilometern wieder sicher auf dem Boden. Mit dieser Reichweite, dazu fast 17 Metern Spannweite, einem umgerechneten Benzinverbrauch von 4, 5 Litern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern ist der e-Genius das zurzeit leistungsfähigste Batterieflugzeug der Welt.

Momentan noch als Forschungsflugzeug und Prototyp unterwegs, könnte der e-Genius in der Zukunft auch Wegbereiter für größere Elektroflugzeuge sein. IFB-Professor Rudolf Voit-Nitschmann ist jedenfalls zuversichtlich: "Wir können mit dem e-Genius zeigen, dass der elektrische Antrieb im Flugzeug zuverlässig, lärmarm und mit herausragender Energieeffizienz funktioniert. Dies wird für zukünftige Flugzeuge zum Beispiel im Zubringerverkehr von Bedeutung sein, der überwiegend durch Turboprop-Flugzeuge bedient wird."

Bis zum Erstflug 2011 arbeiteten unter der Leitung von Voit-Nitschmann 100 Personen sieben Jahre lang an dem Flugzeugprojekt. Das Team baute den e-Genius ursprünglich für die Teilnahme am kalifornischen Wettbewerb Green Flight Challenge 2011, bei dem das Flugzeug in der Gesamtwertung den zweiten Platz belegte und zudem als das leiseste Flugzeug im Teilnehmerfeld ausgezeichnet wurde.

http://www.ifb.uni-stuttgart.de/

Quelle: Universität Stuttgart, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit