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Lebenswasser aus den Schwäbischen Highlands

Wanderungen rund um die Whiskyhochburg Owen

Dinkelwhisky aus Owen (Foto: Berghof Rabel)

Dinkelwhisky aus Owen (Foto: Berghof Rabel)

08.05.2013 | 

Schwaben wie Schotten wird eine Neigung zu wirtschaftlichem Haushalten nachgesagt. Seit einiger Zeit eint auch die Freude an hochwertigem Whisky den deutschen Südwesten mit dem britischen Norden: Knapp zwanzig Brennereien produzieren heute schottisches Lebenswasser schwäbischer Provenienz, drei allein in Owen. Damit ist das am Fuß der Burg Teck gelegene Städtchen eine echte Whiskyhochburg: Außerhalb Schottlands gibt es nirgendwo sonst eine so hohe Konzentration von Whiskydestillerien.

Wer hinter die Kulissen der Whiskyherstellung schauen möchte, kann in Owen jetzt drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Alle drei örtlichen Destillerien sind Ziel der regelmäßigen Whiskywalks des Tübinger Slow-Food-Ladens Silberburg. Ausgerüstet mit Tastingkarten, Kugelschreiber, Whiskyglas und Mineralwasser geht es vom Bahnhof Owen zunächst zur Destillerie Tecker, wo Immanuel Gruel über Erzeugung und Lagerung seines Tröpfchens erzählt. Gruel ist der Pionier unter den schwäbischen Whiskybrennern: Auf einer Schottlandreise im Jahr 1979 begeisterte er sich für "Uisge Beatha", das gälische Wasser des Lebens. Zehn Jahre später stellte er seinen ersten eigenen Whisky her und löste in der schwäbischen Heimat eine regelrechte Whiskywelle aus.

Durch die herrlichen Streuobstwiesen am Fuße der schwäbischen Highlands geht es weiter zum Bellerhof von Susanne und Thomas Dannenmann. Bei der Destillerieführung mit Verkostung lernen die Wanderer den hochgelobten "Danne" kennen: "Butterkaramellen" und "trockenen Kentucky- Tabak" erschmeckten die Tester der angesehenen Whiskybibel "Murray’s" und schwärmten von "der denkbar sanftesten Eiche und Honig". 88 von 100 möglichen Punkten gaben sie dem Schwaben. Dritte Station ist der Berghof Rabel, wo Thomas Rabel mit einem ganz besonderen Tropfen aufwartet: Er brennt Whisky nicht aus Gerste (wie die Schotten) oder Mais (wie die Amerikaner), sondern verwendet ein urschwäbisches Getreide: Albdinkel. Nach fünf Jahren in Eichenfässern ist das Destillat zu einem weichen, bernsteinfarbenen Brand gereift.

Viereinhalb Kilometer sind beim Whiskywalk zu überwinden, beschauliche fünf bis sechs Stunden brauchen die Wanderer mitsamt Verkostungen. Wem das trotzdem zu sportlich ist, der kann die Vielfalt des schwäbischen Whiskys auch bei den regelmäßigen Tastings der Stuttgart Marketing GmbH in der eleganten Davidoff-Lounge des Stuttgarter Graf- Zeppelin-Hotels erleben.

http://www.whisky-walk.de

Quelle: Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS)