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Wie am Fließband

Die Stuttgarter Innocyte GmbH automatisiert die Produktion von biologischen Zellen

23.07.2013 | 

Weltweit gibt es etwa 40.000 Labore, die Zellen für die biologische und medizinische Forschung produzieren, etwa zur Entwicklung von Medikamenten, um Tierversuche zu ersetzen oder zum Herstellen von künstlichem Gewebe. All diese Labore stehen bisher vor dem gleichen Problem: Die Reproduktion der Zellen muss entweder in mühevoller Handarbeit vorgenommen werden oder es sind hohe Investitionen in aufwändige Robotertechnik notwendig. Einem jungen Technologieunternehmen aus Stuttgart ist es zu verdanken, dass bald beides der Vergangenheit angehören wird.

Die Innocyte GmbH, eine Ausgründung des Fraunhofer IPA, hat eine Lösung gefunden, die auf Druckunterschieden basiert, und ein Gerät namens "Split.It" entwickelt, das auf jeden Labortisch passt. "Es ist preiswert, arbeitet genau, ist nahezu wartungsfrei und wird die Arbeit mit Zellen erleichtern, wenn nicht sogar revolutionieren", prognostiziert der Molekularbiologe Dr. Michael Fritsche, der bei Innocyte für die Produktentwicklung verantwortlich ist. Denn verglichen mit der Robotermethode kostet das von Innocyte entwickelte Verfahren nur ein Sechstel. Gegenüber dem manuellen Prozess ist es nicht nur billiger, sondern auch besser: Denn nur der automatisierte Produktionsprozess garantiert eine konstante Qualität und die exakte Reproduzierbarkeit der Zellkulturen. Zudem minimiert sich das Verschmutzungsrisiko. So können die Labore schneller und effizienter arbeiten.

Innocyte hat eine rasante Unternehmensentwicklung hinter sich. Seit der Gründung im Sommer 2011 hat das Team um Gründer und Geschäftsführer Roland Huchler ein Labormuster gebaut, zum Patent angemeldet, einen Geschäftsplan erstellt, das Gerät auf zahlreichen Messen angepriesen und mehrere Wettbewerbserfolge eingefahren. Noch dieses Jahr soll Split.It serienmäßig produziert auf den Markt kommen. Danach wollen die Stuttgarter Gründer weitere Geräte rund um die automatisierte Zellkultur entwickeln, so dass eine komplette Produktfamilie entsteht.

Ihre Finanzkraft verdankt das Start-up bisher mehreren Risikokapitalgebern: In einer ersten Finanzierungsrunde haben der Hightech-Gründerfonds des Bundes, die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg über den Seedfonds BW und Fraunhofer Venture einen sechsstelligen Betrag investiert.

http://www.innocyte.com

Quelle: Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS)