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Weltweit gefragt dank zündender Geschäftsidee

Unternehmensgründer aus Leinfelden-Echterdingen entwickeln Feuerwehr-Software, die Leben rettet und Betriebskosten spart

Die Feuerwehrsoftware fireplan

Die Feuerwehrsoftware fireplan

25.09.2015 | 

Der IT-Markt ist groß. Für jedes Problem und jede Lebenslage gibt es scheinbar schon die passende Softwarelösung oder App. Nur eine Software für Feuerwehren, die alltagstauglich ist, gab es bisher noch nicht. Diesem Problem haben sich die beiden Startup-Unternehmer Sascha Hoffmann und Bojan Slegel aus Leinfelden-Echterdingen angenommen und "fireplan" entwickelt. Das Besondere dabei: Das Programm wurde mit der Feuerwehr gemeinsam entwickelt und in der Praxis getestet, bevor es auf den Markt kam. Es deckt alle Bereiche der Organisation einer Feuerwehr ab, von der Alarmierung über die Einsatzdokumentation bis zur Abrechnung. Erfolgreich eingesetzt wird die Software bereits in mehr als 160 Installationen in Deutschland, Österreich, Italien und bald auch in den USA.

In der Praxis entwickelt

Als Beta-Kunde diente sieben Jahre lang die Freiwillige Feuerwehr Leinfelden-Echterdingen, wo Sascha Hoffmann schon seit der Jugendfeuerwehr aktiv ist, sowie eine Werksfeuerwehr. Seit 2012 bauen Hoffmann und Slegel ihr Unternehmen Code 3 auf, bis das Produkt reif für die Vermarktung ist. "Nicht alles klappte von Anfang an", erinnert sich Hoffmann. So stürzte das Programm während der Testphase auch mal ab oder einzelne Funktionen fielen kurzzeitig aus. Bei keinem der Fälle gingen jedoch Daten verloren.

Gute Einsatzplanung ist lebenswichtig

Für jedes Feuerwehrmitglied lässt sich eine Personalakte anlegen, welche unter anderem Informationen enthält über absolvierte Schulungen und den aktuellen Kenntnisstand. So ist beispielsweise für das Bedienen einer Drehleiter eine andere Ausbildung notwendig, als für den Einsatz mit Atemschutzmaske, sonst bringt sich die Person selbst in Gefahr. Ein Kommandant kann einen Einsatz besser planen und Teams einteilen, je mehr Informationen über die Feuerwehrleute vorliegen. Das Programm wertet die Einsätze in Statistiken aus und zeigt Durchschnittswerte an, sowie den aktuellen Zustand der Geräte und wann die nächste Wartung fällig ist. Die Software ist eine Hybridlösung, die sich selbst aktualisiert und sowohl online als auch offline nutzbar ist. Feuerwehrleute können sie auf der Wache, zu Hause und von unterwegs nutzen, das spart Zeit und Kosten. "Die technischen Mittel gab es schon lange, es kam nur niemand auf die Idee, ein Programm für diese Marktnische zu schreiben", sagt Sascha Hoffmann.

Funktioniert im Alltag

Bei der Entwicklung war auch die einfache Bedienung der Software wichtig. "Die kann sogar ein Feuerwehrmann bedienen, der um drei Uhr morgens aus dem Bett geklingelt wird", sagt Hoffmann. Für Software-Schulungen hätten die meisten Feuerwehrleute ohnehin wenig Zeit, da sie nur ehrenamtlich tätig seien. Ergänzend zur Software bieten Hoffmann und Slegel auch Weiterbildungen, Schulungen und Workshops für Feuerwehrführungskräfte sowie die Webseitengestaltung der Feuerwehr mit Datenübernahme aus "fireplan" an.

Durchweg positives Feedback

Hoffmann und Slegel machen überwiegend auf Messen Werbung für ihr neues Produkt und bieten kostenlose Demoversionen an. Anschließend können Interessenten die beiden Informatiker für eine persönliche Einführung zu sich auf die Feuerwehrwache oder zu einer Online-Präsentation einladen. Das Feedback der Kunden sei bisher durchweg positiv gewesen. "Durch unsere praxisnahe Arbeitsweise und die einfache Bedienung heben wir uns von anderen Software-Programmen ab", stellt Hoffmann fest. Um sicher zu stellen, dass auch ein Neukunde mit der Software zurechtkommt, begleitet das Unternehmen die Feuerwehr bei der Einführung. Die Unternehmer optimieren dadurch stetig ihr eigenes Produkt. "Die Infrastruktur in Leinfelden-Echterdingen ist für uns optimal, dank der Nähe zu Flughafen und Autobahn erreichen wir unsere Kunden schnell und unkompliziert," so Slegel. Bisher gibt es "fireplan" auf Deutsch und Englisch, weitere Länderversionen sind geplant.

fireplan.de

Quelle: Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) / Katharina Tomaszewski