Schwerpunktbranche: Fahrzeugbau

Geburtsregion und Weltzentrum des Fahrzeugbaus

Klassisches Fahrzeug im Daimler-Museum Stuttgart (Foto: Daimler AG)

Seit Gottlieb Daimler in Stuttgart das Automobil erfunden hat, ist in der Region Stuttgart ein weltweit bedeutendes Produktions-Cluster von miteinander verflochtenen Unternehmen und Institutionen der Fahrzeugindustrie entstanden. Hersteller, System- und Komponenten-Lieferanten, Dienstleistungsunternehmen, Ingenieurbüros und zahlreiche Forschungsinstitute bündeln ihre Kompetenz rund um das Produkt Automobil.

Daimler, Porsche, Bosch, Mahle, Eberspächer, Mann+Hummel oder Recaro – international tätige Unternehmen mit Hauptsitz in der Region Stuttgart sowie Tochterunternehmen der größten Zulieferer weltweit bilden den wichtigsten räumlichen Schwerpunkt der Automobilbranche in Deutschland.

Hinzu kommen mehr als 400 hochinnovative kleine und mittlere Zuliefererbetriebe, die teilweise für die Automobilindustrie arbeiten. Der stark auf die Automobilbranche ausgerichtete Maschinenbau untermauert die zentrale Stellung der Region Stuttgart.

110.000 Menschen in der Region sind im unmittelbaren Automobil-Cluster beschäftigt. Zählt man die Firmen hinzu, die nicht direkt dem Fahrzeugbau zugeordnet sind, aber einen großen oder größeren Teil ihres Umsatzes mit der Fahrzeugbauindustrie erzielen, dann erhöht sich diese Zahl auf fast 200.000 Menschen.

Stark in Forschung und Entwicklung (Foto: Bosch)

Fast 45 Prozent des Umsatzes der gesamten Industrie in der Region Stuttgart kommen aus der Kfz-Branche. 60 Prozent des Umsatzes der baden-württembergischen Fahrzeugbauindustrie werden in der Region erzielt.

Stark in Forschung und Entwicklung

In der Region Stuttgart sind die Entwicklungszentren von Daimler und Porsche ansässig. Die Firma Bosch verfügt zusätzlich zum Entwicklungszentrum in Schwieberdingen über ein Entwicklungs- und Applikationszentrum in Abstatt zwischen Stuttgart und Heilbronn, in Renningen entsteht zudem ein neues Zentrum für Forschung und Vorausentwicklung mit 1.500 Mitarbeitern. Viele weitere innovative Automobilzulieferer konzentrieren ihre Entwicklungsaktivitäten in der Region.

Zur technologischen Spitzenstellung der Region tragen ferner die hier ansässigen Entwicklungsdienstleister wie die Bertrandt AG, die Vector Informatik GmbH, die MBtech Group GmbH oder die NuCellSyS GmbH bei. Sie ergänzen das Forschungs- und Entwicklungspotenzial der Hersteller und Zulieferer und profitieren von der verstärkten Auslagerung von Entwicklungsaufgaben.

Anwendungsorientierte Wissenschaft und Ausbildung

Praxisnahe Ausbildung an der Hochschule Esslingen (Foto: Hochschule Esslingen)

Neben den Unternehmen spielen die Hochschulinstitute der Universitäten und Fachhochschulen in der Region Stuttgart eine wichtige Rolle.

Die Universität Stuttgart bietet mit zahlreichen Instituten kompetente Ansprechpartner für die Automobilbranche sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der anwendungsorientierten Forschung. Das Institut für Technische Verbrennung der Universität Stuttgart beispielsweise arbeitet u. a. mit Daimler, Ford, Volkswagen und Volvo zusammen. Auch am traditionsreichen Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) werden große Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Automobil- und Zulieferindustrie durchgeführt.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat in Stuttgart eigens ein Institut für Fahrzeugkonzepte mit den Schwerpunkten neue Werkstoffe, Leichtbau und Brennstoffzellenantrieb eingerichtet.

Die wissenschaftlichen Einrichtungen kooperieren eng mit der Industrie auf der Suche nach anwendungsnahen Innovationen. Die Themen reichen hier von der Verbesserung der Energieeffizienz über neue Materialien und Verarbeitungstechniken beispielsweise für den Leichtbau bis zum wachsenden Elektronik- und IT-Anteil in den Fahrzeugen, etwa mit der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen.

Eine zentrale Rolle im Forschungs- und Ausbildungsgefüge spielen die anwendungsorientierten Fachhochschulinstitute, wie das Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen sowie die Fakultät Fahrzeugtechnik der Hochschule Esslingen mit permanent 650 Studierenden im Lehrbetrieb.

Neue Ideen für eine moderne Mobilität

Die Region Stuttgart hat die besten Voraussetzungen, neue Lösungen für die Mobilität zu entwickeln.

Mobilität im 21. Jahrhundert muss den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht werden. Ökologische wie städtebauliche Anforderungen müssen erfüllt werden, ebenso die Interessen der Wirtschaft und der Menschen, die in den Städten leben. Die Region Stuttgart als Geburtsregion des Automobils und Standort des bedeutendsten Automobilclusters Europas hat die besten Voraussetzungen, neue Lösungen für die Mobilität von Menschen und Gütern zu entwickeln.

Verringerung des Energieverbrauchs, neue Werkstoffe und Leichtbau, ein wachsender Elektronik- und IT-Anteil im Fahrzeug und alternative Antriebe – vom Hybrid- über das Elektro- bis zum Wasserstofffahrzeug: Die Unternehmen aus der Region stellen sich den neuen Herausforderungen. Unter dem Dach verschiedener Förderprogramme und Initiativen des Bundes, des Landes und der Region werden in der Region Stuttgart und in Baden-Württemberg zahlreiche Demonstrationsprojekte umgesetzt.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Region Stuttgart als Standort des Fahrzeugbaus finden Sie auf der Website der Clusterinitiative Automotive Region Stuttgart - CARS. Informationen zum Thema Nachhaltige Mobilität und Elektromobilität finden Sie zudem auf folgenden Websites: