Menschen in der Region Stuttgart

MENSCHENBILDER: Cesare (54) aus Piacenza (Italien)

Foto: Lena Reiner

Foto: Lena Reiner

19.01.2016 | 

Cesare, seit 1989 in Deutschland.

Er ist insgesamt schon dreimal nach Stuttgart gezogen - das letzte Mal 1999. "Dann habe ich aufgegeben und bin geblieben", lacht der gebürtige Italiener, der seit letztem Jahr neben der italienischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Das sei sein Dankeschön an dieses Land, in dem er nun mit Unterbrechungen lebt und arbeitet. Er hat Germanistik und Anglizistik in seiner Heimat studiert und wollte eigentlich immer pendeln, öfter mal den Wohnort wechseln. Irgendwie sei es dann aber doch bei Stuttgart geblieben, wohin es ihn anfangs eher per Zufall verschlagen hatte. "Ich bin glücklich hier, andere Orte interessieren mich nicht mehr", meint er.

Spannend findet er es, dass sich Deutschland "mediterranisiert" habe. "Selbst die Pommesbuden haben heute ihre Tische draußen, früher gab es das nur bei Biergärten." Das sei die positive Seite. Die Kehrseite des Trends sieht er jedoch auch, die typisch deutsche Korrektheit habe etwas nachgelassen über die Jahrzehnte. Er selbst - inzwischen in leitender Position beim italienischen Institut in Stuttgart - genieße sein Leben hier nach wie vor sehr, auch gern mal bei einem Glas Bier statt Wein, das möge er tatsächlich mehr.

Dieser Beitag ist Teil der Serie "Menschenbilder" der Fotografin Lena Reiner (menschenfotografin.de). Mit der Serie zeigt die Region Stuttgart, dass sie Einwanderer willkommen heißt - und das schon seit vielen Jahrzehnten: In den 179 Kommunen leben 2,7 Millionen Menschen aus rund 180 Nationen. Gemeinsam machen sie die Region zu einem wirtschaftlich erfolgreichen, weltoffenen, lebendigen und kulturell vielseitigen Platz zum Leben und Arbeiten.