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Mensch, Maschine, Raum

Die Firma Nerling aus Renningen entwickelt maßgeschneiderte Systemräume für Produktionen mit anspruchsvoller Klimatechnologie

Luftmessungen im Laborraum (Foto: Nerling)
08.09.2014 | 

Räume brauchen System und Systeme Raum. Vom einfachen Wandelement bis zu hoch technisierten Reinräumen - Nerling ist Spezialist in Sachen "anspruchsvoll klimatisierte Räume für die Produktion". Der "Generalunternehmer mit komplettem Ingenieur-Know-how", wie sich Nerling selbst in seiner Firmenbroschüre beschreibt, weiß, wie Mensch, Maschine und Raum im Produktionsprozess zusammengehören, damit die Herstellung präzise abläuft und hohe Qualität zum Ergebnis hat. Die Kunden von Nerling bekommen ein Komplettpaket an Expertise: Von der Beratung, über die Planung bis hin zur Konstruktion und Montage vor Ort - die Raumbauer übernehmen alle nötigen Arbeitsschritte bis zum fertigen Raum.

Die Kunden von Nerling sind große Unternehmen aus der Automobil-, Medizin- oder Elektrobranche wie Zeiss, Bosch, Audi oder Phoenix. "Wenn Maschinenhersteller hohe Anforderungen an das Fertigungsumfeld haben, dann kommen sie zu uns", sagt Seniorchef Ralf Nerling, der die Unternehmensführung im Jahr 2005 an seinen Sohn Olaf Nerling übergab.

Decke auf, sperriges Bauteil rein

Wenn Entwicklungsabteilungen zum Beispiel Maschinenbauteile vermessen, dann brauchen sie präzise Messräume mit temperaturkonstanter Umgebung. Für besonders schwere Messstücke hat Nerling einen Raum mit integriertem Deckenkran und einer Schiebedecke entwickelt. So lassen sich die Teile mit zentraler Steuerung an den gewünschten Ort ohne Klimaverlust platzieren. In Deutschland ist Nerling führend im Bau solcher Räume. "Das Besondere an unseren Lösungen ist, dass wir uns nicht nur - wie die sogenannten Klimabauer - um das Raumklima kümmern, sondern auch um den Raum selbst, die Messmaschine und den Bediener", sagt Ralf Nerling.

Saubere Arbeit

Führend ist Nerling außerdem im Bereich Sauber- und Reinräume für die Produktion und Montage. Diese sind zunehmend nachgefragt, denn die Anforderungen an die Fertigungsqualität sind gestiegen, und zu der gehört auch die technische Sauberkeit im Produktionsprozess. Selbst ein Staubkorn kann empfindlich stören, besonders da, wo hohe Funktionssicherheit gewährleistet sein muss, wie zum Beispiel bei Brems-, Lenkungs- und Steuerungssystemen in der Automobilindustrie. Rein muss es auch in der Lebensmittelindustrie zugehen, die Hygiene-Auflagen sind streng. Nerling baut nicht nur passgenaue Räume, sondern berät die Unternehmen auch dabei, welche Reinheitsklasse sie überhaupt benötigen. "Oftmals müssen sich die Firmen erst einmal ihr Umfeld genau anschauen: Pflügt draußen vor der Produktionshalle zum Beispiel ein Bauer? Sind die Fenster dann geschlossen? Das sind Fragen, die vorab zu klären sind." Es muss nicht immer gleich ein Reinraum sein, oft genügt ein Sauberraum, was für die Firmen dann kostengünstiger ist, denn während im Reinraum die Luft bis zu 30 Mal und mehr in der Stunde gewechselt wird, liegt die Rate im Sauberraum bei nur zehn Mal. Mit dieser Betrachtungsweise hat sich Nerling im Bereich Sauberräume zu einem führenden Anbieter entwickelt und, so der Ingenieur, "wir wollen Wissens-Marktführer werden".

In einem kleinen Segment der Beste werden - das ist ein bewusstes Prinzip von Nerling, "Keilprinzip" nennt der Seniorchef es. Qualität und Transparenz bei den Lösungen sind dem Unternehmen wichtiger als schnelle Erfolge oder der Größte am Markt zu werden. Sein Know-how lässt der Unternehmer in unterschiedliche Netzwerke einfließen: Unter anderem wirkt er in einem Arbeitskreis des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) mit, der Empfehlungen zur Prüfung der technischen Sauberkeit erarbeitet. Nerling ist außerdem Gründungsmitglied des regionalen Kompetenznetzwerks "Industrielle Bauteil- und Oberflächenreinigung", das Cleaning Excellence Center (CEC) mit Sitz in Leonberg, welches vor drei Jahren von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) mit aufgebaut wurde.

Angefangen hat das Familienunternehmen, das mittlerweile um die 70 Mitarbeiter zählt, als Ingenieurbüro 1970. In die eigene Produktion ging Nerling zehn Jahre später. "Wir kommen aus dem Trennwand- und Deckenbau", so der Seniorchef. Auch heute noch sieht sich der Raumbauer als Ingenieurbüro, nur eben mit angeschlossener Fertigung, denn, so Nerling, "wir entwickeln und bauen in Einem". Auch im europäischen Ausland ist das Unternehmen unterwegs, "per Huckepack mit Messmaschinenfirmen", sagt der Netzwerker der Firma.

http://www.nerling.de

Quelle: Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS)