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Das "Willkommensgesicht" grüßt jetzt im Welcome Center Stuttgart

Kunstprojekt: Werner Wölfle und Dr. Walter Rogg enthüllen multinationales Porträt – Welcome Center stößt auf große Resonanz

Das "Willkommensgesicht" im Welcome Center Stuttgart (Bild: Wolf Nkole Helzle)

Das "Willkommensgesicht" im Welcome Center Stuttgart

1.387 Einzelporträts hat der Medienkünstler Wolf Nkole Helzle gleichberechtigt übereinander gelegt und so ein gemeinsames multinationales Gesicht entstehen lassen (Bild: Wolf Nkole Helzle)

1.387 Einzelporträts hat der Medienkünstler Wolf Nkole Helzle gleichberechtigt übereinander gelegt und so ein gemeinsames multinationales Gesicht entstehen lassen (Bilder: Wolf Nkole Helzle)

11.12.2014 | 

1.387 Menschen verschiedenster Herkunft aus Stuttgart und der Region haben sich im Herbst 2014 für ein "Willkommensgesicht" fotografieren lassen. Im Rahmen seiner Werkreihe "Homo Universalis" hat der Medienkünstler Wolf Nkole Helzle die Einzelporträts gleichberechtigt übereinander gelegt und so ein gemeinsames multinationales Gesicht entstehen lassen. Am Donnerstag haben Werner Wölfle, Verwaltungsbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, und Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), das Bild enthüllt. Zusammen mit einer Übersicht der Einzelfotos hängt das Kollektivporträt im gemeinsamen Welcome Center der Landeshauptstadt und der WRS und verleiht der Willkommenskultur nun im Wortsinn ein Gesicht.

"Die einzelnen Gesichter im Willkommensgesicht strahlen den Besuchern sympathisch und einladend entgegen. Im multinationalen Gesicht ist zu erkennen, dass in jedem von uns ein Teil des Ganzen steckt", sagte Bürgermeister Wölfle bei der Enthüllung der beiden Porträts.

WRS-Geschäftsführer Rogg erklärte, das Willkommensgesicht symbolisiere das friedliche und bereichernde Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten. "Es steht für die Internationalität und beispielhafte Integration von Bürgern verschiedenster Herkunft in Stadt und Region Stuttgart. Und es ist ein Symbol für die Willkommenskultur, die es hier bereits gibt, und die wir weiter verbessern wollen, auch mit Einrichtungen wie dem Welcome Center."

Der Künstler Wolf Nkole Helzle sagte bei der Enthüllung seines Werks: "Der Reichtum des 'Mensch-seins' drückt sich in unendlichen Variationen aus, die zusammengenommen weit mehr sind, als die Summe ihrer Teile: Die menschliche Gemeinschaft. So freue ich mich sehr, dass diese beiden Bilder - der kollektive und der individuelle Aspekt unserer Existenz - nun diese Räume beseelen und uns mahnen, das Menschliche nicht zu vergessen und 'Welcome' zu sagen zu allen Menschen, die hier ein- und ausgehen." Rund 40.000 Menschen hat der 64-jährige Medienkünstler aus Mehrstetten bei Münsingen in den letzten 20 Jahren im Rahmen seines weltumspannenden Projekts "Homo Universalis" fotografiert, entstanden sind dabei zahlreiche Kollektivporträts mit Teilnehmern aus vieler Herren Länder. Für das Stuttgarter Willkommensgesicht hatten sich Menschen bei mehreren Veranstaltungen fotografieren lassen, der jüngste Teilnehmer war sieben Monate alt, die älteste Porträtierte 97 Jahre.

Erste Zwischenbilanz Welcome Center

Dr. Walter Rogg und Werner Wölfle nutzten die Enthüllung des Willkommensgesichts für eine erste Zwischenbilanz des Welcome Centers, das im Oktober seine Arbeit aufgenommen hatte. Mit der Einrichtung im Alten Waisenhaus am Charlottenplatz haben die Landeshauptstadt und die WRS eine gemeinsame zentrale Anlaufstelle für Stuttgarter Neubürger und internationale Fachkräfte in der gesamten Region geschaffen. Elf Mitarbeiter sind im Welcome Center tätig, davon neun in der direkten Beratung. Ihre Kompetenzen ergänzen sich, neben einem breiten Wissen über die Grundlagen wie Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnisrecht verfügt das Team insbesondere über sehr gute Kenntnisse der Strukturen und Akteure in der Region Stuttgart. Mit insgesamt elf Sprachen gibt es zudem kaum Kommunikationsbarrieren.

Seit Anfang Oktober hat das Welcome Center über 1.100 Menschen der Zielgruppen Neubürger, Fachkräfte, Studierende und Angehörige erreicht, davon 555 direkt vor Ort in der Anlaufstelle. Der Rest der Kontakte erfolgte über Infoveranstaltungen und Messen. Ein großer Teil der Beratung besteht in der Lotsenfunktion: Wenn das Team nicht selbst weiterhelfen kann, werden die Besucher zu anderen Einrichtungen gelotst, seien es Behörden, Institutionen oder auch Vereine, Kultureinrichtungen oder Selbsthilfegruppen. Insgesamt wird eine große thematische Vielfalt abgedeckt, Hauptthemen sind Deutsch lernen und alle Fragen rund um die Arbeitswelt. Die regionale Wirtschaftsförderung engagiert sich dabei im Auftrag der Fachkräfteallianz Region Stuttgart und unterstützt zudem kleine und mittlere Unternehmen zur Gewinnung und Integration von ausländischen Fachkräften. Etwa alle sechs Wochen bietet sie dazu Veranstaltungen an, bislang sind 100 Firmen beraten worden, davon 32 Einzelfallberatungen.

"Das gemeinsame Welcome Center von Landeshauptstadt und Region Stuttgart ist gut in die Gänge gekommen", lautet das erste Zwischenfazit von WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg. "Die rege Inanspruchnahme zeigt, dass das Angebot richtig und wichtig ist. Die Verbindung von Integrationsförderung und Fachkräftegewinnung ist ein bundesweit einzigartiger Ansatz, der sich bewährt hat."

Bürgermeister Werner Wölfle erklärte: "Das Welcome Center von Stadt und Region ist ein sichtbares Symbol für das 'Willkommen heißen' von Fremden in dieser Stadt. Außerdem ist es Tag für Tag die praktisch arbeitende Anlaufstelle für Neuankömmlinge. Die weltweite Entwicklung zeigt, wie notwendig ein friedliches Miteinander für uns alle ist. Unser Reichtum lebt von der Vielfalt."

 

Hinweis für die Redaktionen:
Pressebilder von der Enthüllung stehen ab 17.00 Uhr zum Download bereit.

Quelle: Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) / Tobias Schiller